Das Cannabinoid Anandamid - Wirkung & Beziehung zu CBD

Das Cannabinoid Anandamid - Wirkung & Beziehung zu CBD

Anandamid, ein körpereigenes Cannabinoid, wurde im Zuge der Cannabisforschung in den 1960er Jahren entdeckt. Bekannt wurde Anandamid als "das Glücksmolekül" und es hat Einfluss auf unsere Stimmungen, den Appetit, das Schlafmuster und das Gedächtnis.

Anandamid hat eine auf molekularer Ebene große Ähnlichkeit mit THC, was es für die Cannabis-Forscher und -Wissenschaftler auf der ganzen Welt extrem interessant und erforschenswert macht.

Je mehr wir über Anandamid lernen, desto besser können wir verstehen, wie CBD und Cannabis für die menschliche Gesundheit eingesetzt werden könnten.

Grundlagen: das Endocannabinoid-System

Das Endocannabinoid-System (ECS) ist ein kompliziertes Netzwerk aus Enzymen, Rezeptoren und Molekülen. Diese arbeiten zusammen und regulieren lebenswichtige Prozesse in unserem Körper. Auch Tiere verfügen über ein solches System und noch vor wenigen Jahren war nicht bekannt, dass dieses System einen derart großen Einfluss auf unsere gesundheitliche Verfassung hat.

Ist das Endocannabinoid-System im Gleichgewicht, können Organen, andere Körpersysteme (z.B. Nervensystem) und Zellen optimal arbeiten und ihre Aufgaben erfüllen. Das Endocannabinoid-System hat sich mit der Zeit immer weiterentwickelt und ist eines der am wenigsten erforschten Systeme in unserem Körper.

Das Endocannabinoid-System wurde zufällig entdeckt, als Wissenschaftler versuchten zu verstehen, wie Cannabis auf den Körper wirkt und warum eine Pflanze einen derart großen Einfluss auf Körper und Wahrnehmung hat.

Die Forschung fand heraus, dass es zwei Arten von Cannabinoide gibt:

  1. Cannabinoide außerhalb unseres Körpers (exogen) - z.B. CBD, CBG und THC als Bestandteil der Cannabis Pflanze
  2. Cannabinoide, die unser Körper selbst herstellt

Jeder Mensch hat natürliche Cannabinoide im Körper. Diese übernehmen unterschiedliche Aufgaben und sorgen schlussendlich dafür, dass du gesund bist und dein Körper optimal arbeiten kann. Sie unterstützen unseren Körper bei der Regulierung verschiedener Funktionen: Schlaf, Stimmung / Wohlbefinden, Appetit, Aufrechterhaltung der Immunfunktion und Schutz des neuronalen Systems.

Eines der Cannabinoide, die wir auf natürliche Weise bilden, ist Anandamid. Es scheint eines der wichtigsten Cannabinoide in unserem ECS zu sein.

In unserem Körper verhält sich Anandamid ähnlich wie die Cannabinoide, die wir über Cannabis- bzw. CBD-Produkte zu uns nehmen.

Was ist Anandamid?

Das Wort "Anandamid" stammt aus dem Sanskrit "ananda", was grob mit "Glückseligkeit" oder "Freude" übersetzt werden kann. Der Name weist also auf die Eigenschaften des Cannabinoiden als Stimmungsaufheller hin.

Wissenschaftlich ausgedrückt heißt Anandamid N-Arachidonoylethanolamin (AEA) und interagiert mit den CB-Rezeptoren des Körpers - sehr ähnlich wie THC und CBD.

Anandamid ist ein Cannabinoid-Rezeptor- und Neurotransmitter-Bindemittel, das als Signalgeber für alle CB-Rezeptoren, die sich im ganzen Körper befinden, wirkt.

Der gefeierte Chemiker Dr. Raphael Mecholam, der durch seine bahnbrechenden Forschungen zu Cannabinoiden berühmt wurde, entdeckte das Anandamid erstmals.

Wo das Anandamid im Körper bindet

Wenn Anandamid gebildet wird, bindet es an unsere CB1- und CB2-Cannabinoid Rezeptoren. CBD bindet beispielsweise bevorzugt am CB2 Rezeptor, während THC am CB1 Rezeptor andockt.

Anandamid ist jedoch ein empfindliches und kurzlebiges Molekül. Das heißt, es wird leicht abgebaut und verlässt den Körper schnell wieder.

Welche Auswirkungen hat Anandamid?

Da Anandamid sowohl an CB1- als auch an CB2-Rezeptoren binden kann, hat es einen weitreichenden Einfluss auf eine Reihe von physiologischen Mechanismen.

Dazu gehören vor allem unsere Stimmung, Schmerzwahrnehmung, Fruchtbarkeit und Appetitregulierung.

Wenn unser Körper aus dem Gleichgewicht kommt, wird das Endocannabinoid-System aktiviert, um erneut einen Zustand des Gleichgewichts wiederherzustellen. Auch im Gehirn kommt es zu einer Freisetzung von Anandamid.

Dieser Prozess wird Neurogenese genannt. Er ist lebenswichtig, denn die Bildung neuer Nervenzellen im Gehirn ist entscheidend für die Fähigkeit zu lernen und Erinnerungen abzurufen.

Die Vorteile von Anandamid für unseren Körper

Seit der Entdeckung von Anandamid haben Studien spannende Erkenntnisse über dieses Cannabinoid zutage gefördert.

Im Jahr 2015 wurde eine Studie an Mäusen und Menschen durchgeführt. Diese hat gezeigt, dass ein hoher Anandamid-Spiegel hilft, Angst zu reduzieren und die Stimmung zu verbessern. Sowohl bei Mäusen als auch bei Menschen sorgte die Hemmung der Produktion von Enzymen, die für den Abbau von Anandamid verantwortlich sind, für eine Verringerung des Angstniveaus.

Eine weitere Studie aus dem Jahr 2009 wies darauf hin, dass eine hohe Anandamid-Konzentration entscheidend für den Eisprung ist und dass ein Mangel an Anandamid während der Schwangerschaft die Entwicklung des ungeborenen Lebens beeinträchtigen kann.

Die gleiche Studie zeigte auch, dass ein hoher Anandamidspiegel während des Eisprungs zu einer erfolgreichen Befruchtung / Schwangerschaft beitragen kann.

Der Anandamidspiegel steigt im Blutkreislauf an, wenn Menschen beispielsweise ein anstrengendes Training absolvieren. Eine Theorie besagt, dass durch diesen Effekt das “Läuferhoch” zu erklären ist, was immer dann einsetzt, wenn man den Körper über einen längeren Zeitraum einer Belastung aussetzt.

Anandamid und CBD Wohlbefinden Sportler

Die Wechselwirkungen zwischen CBD und Anandamid sind noch nicht vollständig geklärt. Anandamid ist jedoch ein eindrucksvolles Beispiel dafür, dass Cannabinoide einen großen Einfluss auf unsere Gesundheit haben.